
Sein Lebenswerk für die Rassegeflügelzucht –
Zum 90. Geburtstag von Günter Schneider
Am zurückliegenden Ostersamstag, dem 4. April, konnte unser Ehrenvorsitzender des LV Thüringen, Günter Schneider, seinen 90. Geburtstag feiern. Nur wenigen Menschen ist solch ein besonderes Jubiläum vergönnt. Das wussten auch die zahlreichen Gratulanten zu schätzen, die sich auf den Weg ins Forsthaus im Kanzlersgrund machten, um an der feierlichen Stunde teilzunehmen.
Neben Schmalkaldens Landrätin Peggy Greiser und Viernaus Bürgermeister Markus Böttcher kamen viele langjährige Weggefährten, die Günter Schneider züchterisch fast sein ganzes Leben lang begleitet haben. Der LV-Vorsitzende Marcus Beck, der KV-Vorsitzende und 2. LV-Vorsitzende Matthias Brunner sowie der VDRP-Vorsitzende Martin Backert überbrachten ebenso ihre Glückwünsche wie zahlreiche Zuchtfreunde aus Viernau, Thüringen und ganz Deutschland. Dr. Uwe Bamberger aus dem Schwarzwald war dabei wohl der am weitesten angereiste Gast.
Eigentlich erübrigt es sich, die Person Günter Schneider ausführlich vorzustellen, denn als wohl prominentester Rassegeflügelzüchter, Preisrichter und Leiter des Deutschen Geflügelmuseums in Viernau ist der Jubilar jedem in unserem Hobby – egal ob Jung oder Alt – bestens bekannt. Dennoch möchten wir hier kurz das Wirken unseres rüstigen Ehrenvorsitzenden zusammenfassen.
Geboren am 4. April 1936 in Viernau, wuchs Günter als Sohn eines Tischlermeisters auf. Nach der Schule erlernte er den Beruf des Drechslers, legte später erfolgreich seine Meisterprüfung ab und führte seine eigene Werkstatt. In seiner Jugend feierte er zudem beachtliche internationale Erfolge im Ringersport – Viernau war damals eine Hochburg dieser Disziplin –, bevor er sich intensiv der Rassegeflügelzucht widmete.
Schon früh war Günter Schneiders Weg von schweren Krankheiten gezeichnet, die ihn oft zu langen Krankenhausaufenthalten zwangen. Doch er bewies Kämpfernatur und gab niemals auf. Bereits in den Jahren 1948 und 1949 stellte er seine ersten Tiere aus. Mit den Zwerg-Barneveldern errang er 1951 sein erstes „Grünes Band“. Unzählige weitere Rassen folgten in seiner erfolgreichen Laufbahn. Besonders hervorzuheben sind die Thüringer Weißlätze, Thüringer Zwerg-Barthühner und die Ruhlaer Zwerg-Kaulhühner, die er in den 1950er Jahren wiedererzüchtete.
Seine Laufbahn als Preisrichter begann im Jahr 1959; heute ist er das älteste Mitglied im VDRP. Bei weit über 1.000 Ausstellungen im In- und Ausland war er in den 50 Jahren seiner aktiven Zeit im Einsatz. Dabei gingen mehr als 80.000 Tiere durch seine versierten Hände.
Im Jahr 1990 war Günter Schneider der maßgebliche Initiator, der gemeinsam mit Helmut Büchner und Gerhard Rößling den LV Thüringen wiedergründete und damit den Grundstein für einen der heute führenden Landesverbände legte. 19 Jahre lang, bis 2008, lenkte er die Geschicke unseres Landesverbandes und brachte viele bedeutende Großschauen nach Erfurt.
Sein persönliches Meisterwerk bleibt jedoch die Errichtung des Deutschen Geflügelmuseums im Jahr 1995 in seiner ehemaligen Werkstatt in Viernau, das im Jahr 2025 sein 30-jähriges Jubiläum feiern konnte. Auf 300 qm Ausstellungsfläche werden in 11 Räumen über 20.000 Raritäten zur Geschichte der deutschen Rassegeflügelzucht bewahrt. Nicht unerwähnt bleiben darf zudem sein 16-jähriges Engagement im BDRG-Präsidium als 2. Schatzmeister.
Anlässlich seines 90. Geburtstages hat er sein bewegtes Leben in einem Buch niedergeschrieben, das während der Feier an die Gäste verteilt wurde. Ein Großteil des Inhalts ist natürlich der Rassegeflügelzucht gewidmet – seinem unbestrittenen Lebenswerk.
Lieber Günter, wir wünschen dir auch weiterhin viel Freude, Gesundheit und viele schöne Momente im Kreise unserer Zuchtfreundschaft!

„Auch der Ostthüringische Rassetaubenverein hat unseren Günter Schneider in Viernau besucht, um ihm nachträglich herzlich zum 90. Geburtstag zu gratulieren.“
Albrecht Wolf

