
Putzen bringt Nutzen
Altes Thema – aber immer noch aktuell.
Als Erstes: Was versteht man im Zusammenhang mit Rassegeflügel unter „Putzen“? Ich möchte es hier einmal in zwei grobe Bereiche unterteilen: zum einen das Saubermachen der Tiere vor dem Einliefern zur Ausstellung und zum anderen das Verfeinern von Zeichnungsabgrenzungen und Federstrukturen.
Reinigung vor der Ausstellung
Es ist immer schade, wenn man als Preisrichter vor den Käfigen steht und mitunter qualitätsmäßig gar nicht mal so schlechte Tiere im Käfig stehen, die einen ungepflegten Eindruck machen. Manchmal muss man sich überwinden, die Tiere überhaupt anzufassen und aus dem Käfig zu nehmen, um eine Handbewertung durchzuführen und die Ringnummer aufzuschreiben – wobei man mitunter den Ring erst einmal freikratzen muss, um diese überhaupt lesen zu können. Der Aussteller sollte sich bewusst sein, dass jeder Ausstellungsbesucher im Katalog nachlesen kann, wem das Tier gehört. Ganz abgesehen davon, dass man sich von so einem Tier keine höhere Bewertung erwarten kann.
Also, was kann man machen? Jeder Züchter von Rassegeflügel und gegebenenfalls auch von Tauben mit weißer Grund- oder Zeichnungsfarbe muss damit rechnen, dass die Tiere vor der Ausstellung gewaschen bzw. gebadet werden müssen. Das sollte rechtzeitig vor der Ausstellung erfolgen, damit die Tiere bis zur Einlieferung trocken sind. Übrigens waschen auch viele Züchter farbiger Rassen ihre Tiere vor der Ausstellung, da das Gefieder einfach besser aussieht – sowohl in der Farbe als auch in der Struktur.
Wie das Waschen bzw. Baden geschieht, hat jeder Züchter sein eigenes Rezept. Man kann das Tier mit warmem Wasser, dem beispielsweise ein mildes Shampoo zugesetzt wird, baden, hinterher mit klarem Wasser abspülen und in einem warmen Raum trocknen lassen. Das geschieht zwei bis drei Tage vor der Ausstellung; danach sollte man das Tier so unterbringen, dass es sich nicht wieder beschmutzt. Direkt vor der Einlieferung werden die Läufe, Ringe und die unbefiederten Kopfteile gereinigt und mit Kammglanz, Speiseöl oder Alkohol eingerieben. Bei dieser Gelegenheit sollte man auch einen Blick auf Schnabel und Krallen werfen und diese gegebenenfalls mit Schere oder Nagelfeile etwas nacharbeiten, was dem Tier auch im Alltag zugutekommt. Anschließend werden die Tiere in sauberen Transportkisten mit staubfreier Einstreu zur Ausstellung gebracht.
Farbabgrenzungen und Federstrukturen
Grundsätzlich ist nur das Abschneiden ganzer Federn mittels einer Schere erlaubt – bis auf einige wenige Ausnahmen (Huhnschecken, Lahore und Haubenhühner zur Unterstützung der Sichtfreiheit). Bei diesen Ausnahmen dürfen die Federn beschnitten werden. Herausgezogen werden sollen die Federn nicht (Tierschutz). Außerdem hat das Abschneiden der Feder den Vorteil, dass es bis zur nächsten Mauser anhält. Abgeschnitten werden die jeweils andersfarbigen Federn, die das Zeichnungsbild stören.
Bei den Strukturen wie Haube, Kappe oder Jabot werden jeweils die Federn entfernt, die in ihrer Wuchsrichtung die Darstellung der Struktur behindern. Die Federn erster Ordnung, das heißt Schwingen und Schwanzfedern, dürfen nicht beschnitten werden. Nach dem Schneiden der Federn dürfen keine kahlen Stellen entstehen. Dies hätte die Bewertungsnote „o. B.“ zur Folge.
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