Die Aufgaben eines Zuchtwartes im Ortsverein unterscheiden sich grundsätzlich von der Arbeit eines Zuchtwartes in einem Sonderverein.
Der Zuchtwart im Sonderverein hat die Aufgabe den schriftlich festgelegten Standard der jeweiligen Rasse in die Realität umzusetzen und Fehlentwicklungen zu korrigieren. Die Vermeidung der Entstehung von Übertypisierungen ist dabei eine wichtige Aufgabe. Er ist für die Schulung der Sonderrichter verantwortlich und sollte Standardänderungen voranbringen um die Rasse zu verbessern.
Im Ortsverein  hat der Zuchtwart andere Aufgaben, zumal wenn er kein Preisrichter ist,  muss er sich nicht nur um einzelne Rassen und deren Merkmale kümmern, sondern er ist mehr für den einzelnen Züchter da und deren Fragen. Es geht nicht im Schwerpunkt um Fragen zu Rassemerkmalen, es vielmehr Fragen zu Haltungsbedingungen, Fütterung, Brut und Aufzucht zu beantworten. Der Zuchtwart ist immer der erste Ansprechpartner vor Ort. Er sollte von der Pute übers Zwerghuhn bis zum kurzschnäbligen Tümmler, über alle Rassen Bescheid wissen. Eine Aufgabe die einen Spartenzuchtwart überfordern würde, selbst unter den aktiven Preisrichtern im Landesverband Thüringen gibt es nur 5 die für alle Gruppen eine Zulassung haben und solche Aufgaben bewältigen könnten. Der Zuchtwart im Ortsverein braucht deshalb Unterstützung, er muss nicht Alles wissen, aber er sollte wissen wo etwas steht, und viele Leute kennen die ihm helfen können, er muss ein gewisses Maß an Zuchterfahrung mitbringen. Zur Unterstützung wäre an erster Stelle sein Kreiszuchtwart zu  nennen, aber auch die Landeszuchtwarte stehen als Problemlöser zur Verfügung. Sie können den Zuchtwart im Ortsverein mit Fachvorträgen in den Spartenversammlungen oder bei Tierbesprechungen helfen, ein abwechslungsreiches Spartenleben zu gestalten und dadurch den Versammlungsbesuch zu aktivieren.
Im Jahreskalender sollten Züchterbesuche nicht fehlen, dies kann auch im Rahmen einer Spartenversammlung stattfinden. Vor Ort sind die Probleme und Fragen der Züchter am Besten zu analysieren und zu beantworten, dabei kann auch das Wissen und die Erfahrungen der anderen Spartenmitglieder mit einbezogen werden. Vor Ort kann man gezielt auf die Haltungsbedingungen oder die Gesundheitsvorsorge (Impfungen) und Fragen zum Tierschutz eingehen. Auch Fragen zur Fütterung oder die Schädlingsabwehr tauchen bei einem Ortstermin auf und können an  Hand der örtlichen Begebenheiten diskutiert werden.   Der tierschutzgerechte Transport und die dabei verwendeten Transportbehälter sollten in Augenschein genommen werden und zur Diskussion stehen. Dazu passend ein weiterer wichtiger Punkt bei der Unterstützung der Züchter durch den Spartenzuchtwart ist die Ausstellungsvorbereitung. Dabei spielt die Vorauswahl und das putzen der Ausstellungstiere eine wichtige Rolle. Wie wird richtig gewaschen, was ist wichtig für eine sachgerechte Krallen- und Schnabelpflege, sind auch wichtige Fragen an einen Spartenzuchtwart.
Die Beschaffung von Zuchttieren und Bruteiern kann auch über den Zuchtwart der Sparte erfolgen, dabei sind Kontakte und Erfahrungen  wichtig und auch eine gewisse Rassekenntnis.
Der Zuchtwart sollte dabei auch sein theoretisches Wissen erweitern und durch die Auswertung von Fachliteratur und die Geflügelzeitung Anregungen  suchen die ihm bei seiner Zuchtwarttätigkeit helfen.
Der Besuch von Ausstellungen (Kreisschau, Landesschau) mit seinen Zuchtfreuden aus der Sparte dient der Knüpfung neuer Kontakte und zur Vertiefung von bestehenden Züchterfreundschaften aber auch zur Gewinnung neuer Erkenntnisse über Rassemerkmale oder Neuigkeiten die Industrieaussteller zeigen.
Es zeigt sich also ein Spartenzuchtwart hat vielfältige Aufgaben und besonders die Unterstützung der einzelnen Züchter ist wichtig und nicht so sehr die Analyse von einzelnen Rassemerkmalen dazu ist das Spektrum viel zu groß.

Klaus Roth
Zuchtwart für Tauben und Tierschutzbeauftragter
Landesverband Thüringen

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