Eine Thüringer Farbentaube unter den Strukturtauben, der Schmalkaldener Mohrenkopf

Eine außergewöhnliche Rasse stellt der Schmalkaldener Mohrenkopf dar, er ist eine gelungene Mischung aus Farben- und Strukturtaube und dazu noch mit üppigem Fußwerk. Trotzdem ist und bleibt er eine züchterische Herausforderung in Bezug auf Haltung und Pflege. Einen Schmalkaldener Mohrenkopf in all seiner Schönheit perfekt zur Ausstellung vorzubereiten, ist mit sehr viel Mühe und Aufwand verbunden. Waschen, saubere und trockene Haltung für die Latschen,

putzen der Zeichnung und Federstruktur sind nur die wichtigsten die der Züchter beherrschen muss.

Waren es über viele Jahre nur schwarze Schmalkaldener Mohrenköpfe die anerkannt waren, bis Mitte der 1950er Jahre die roten, gelben und blauen heraus gezüchtet wurden. Zuchtfreund Höpfner aus Arnstadt hatte sich dabei besondere Verdienste erworben. Er kreuzte weiße und getigerte Perückentauben sowie Sächsische Schnippen und Süddeutsche Mohrenköpfe ein.

Der Schmalkaldener Mohrenkopf wurde 1855 durch KORTH das erstemal beschrieben. In der Bröschüre von Heini Baier aus  Asbach die zum 100jährigen Jubiläum des Geflügelzuchtvereins Schmalkalden 1993 veröffentlicht wurde, ist viel über die Ursprünge des Schmalkaldener Mohrenkopfes berichtet worden.

In den 1930er Jahren wurde erstmals ein Sonderverein gegründet, in der DDR wurde die Rasse durch die SZG „Seltene Farbentauben“ betreut. Sie galten bis zur Wende als Farbentauben.  Nach der Wende schlossen sich die Züchter aus der DDR dem Sonderverein Schmalkaldener Mohrenköpfe von 1977 an. Dadurch wurde die Rasse zur Strukturtaube, es kam zu einem deutlichen Aufschwung und 1993 standen zur Sonderschau in Schmalkalden über 150 Mohrenköpfe in den Ausstellungskäfigen. Heute hat der Sonderverein 35 Mitglieder aus mehreren europäischen Ländern. Seit mehreren Jahren wird der Sonderverein von Marcus Beck aus Barchfeld geführt und hat seither einen stetigen Aufschwung genommen.

Im Jahre 2005 waren die Schmalkaldener Mohrenköpfe Rasse des Jahres im Thüringer Landesverband.

Der Schmalkaldener Mohrenkopf hat die Form einer großen, kräftigen Feldtaube mit voller Brust, doch wird der Gesamteindruck von der Federstruktur des Halses bestimmt. Das üppig entwickelte Gefieder, allerdings nicht zu weiche Gefieder unterstreicht die Verlagerung des Haupteindrucks von der Form auf die Struktur. Diese erfordert eine lange als auch möglichst feste Feder. Die Kombination beider Merkmale ist nicht einfach. Der Kopf ist gewölbt und hat eine möglichst hohe, breite Stirn. Die Augen werden dunkel gefordert, der Rand ist schmal und dunkel bei schwarz und blau und hell bei gelb und rot. Der Schnabel ist etwas kräftiger als bei Feldtauben.

Die zu Recht heute bei den Strukturtauben angesiedelte Rasse, hat ihr Hauptrassemerkmal in der Kopf- und Halsstruktur mit Hut, Kette und Mähne. Der Hut, ähnlich einer üppigen Haube soll möglichst hoch und frei stehen und sich leicht nach vorn neigen, dabei aber fest in der Feder sein und keine Lücken zeigen. Die Kette reicht vom Flügelbug bis zur Höhe der Augen ohne diese zu verdecken und bildet mit der Mähne einen Scheitel. Die beiden Kettenseiten sollen sich am Vorderhals berühren und den gewünschten Kettenschluss bilden. Die Mähne ist das Hinterhalsgefieder, sie geht ohne Lücke oben in das Hutgefieder über. Das Strukturgefieder sollte insgesamt nicht zu weich sein damit keine Lücken entstehen und in sich geschlossen wirken.

Das Fußwerk sollte möglichst voll, abgerundet und überbaut sein. Die Länge der Latschenfedern liegt zwischen der Sächsischer Farbentauben und der Süddeutscher Farbentauben. Die Geierfedern sollen gut entwickelt sein und unterstreichen optisch den geforderten tiefen Stand.

Die Zeichnung des weißgrundigen Schmalkaldener Mohrenkopfes beschränkt sich auf den Kopf mit einem kurzen Latz und den Schwanz. Der Rückenschnitt soll gerade sein und der Keil farbig. Schilf im Schwanz gilt als Fehler. Hinter den Augen treten gelegentlich einige weiße Federn auf. Sie sollten entfernt werden, damit das Zeichnungsbild nicht gestört wird.

Der schwarze Farbenschlag ist nicht nur der älteste sondern auch der am besten durchgezüchtete und verbreitetste Farbenschlag. Danach kommen die Gelben, gefolgt von Rot, die Probleme mit der Schwanz- und Schnabelfarbe haben. Den Blauen fehlt eine breitere Zuchtbasis, um Fortschritte zu machen.

Die Zukunft des Schmalkaldener Mohrenkopfes ist gesichert, sie werden regelmäßig auf Ausstellungen gezeigt und der Sonderverein macht Werbung für diese schöne und einzigartige Thüringer Strukturtaube.

Klaus Roth

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