Sauberes und frisches Trinkwasser für unsere Tiere

 

Wasser ist nicht gleich Wasser, das wissen wir alle selbst genug beim Probieren von unterschiedlichen Mineralwassern aus der Flasche. Darum soll es aber in diesem Bericht nicht gehen, sondern vielmehr um was tut unseren Tieren gut und was wirkt sich möglicherweise negativ auf die Gesund dieser aus. Wasser ist für alle Lebewesen unentbehrlich. Ein Tier kann eine Zeitlang hungern, aber man sollte es niemals dursten lassen. Nach dem Schlupf beträgt der Wassergehalt im Körper des Kükens etwa 80%. Mit zunehmendem Wachstum verringert er sich auf etwa 60% und bei ausgewachsenen Tieren sinkt der dann auf etwa 50% im Körper.

 

Frisches Wasser-gesunde Tiere

 

Der Körper unserer Tiere gibt ständig Wasser an die Umgebung ab. Der Körper eines Huhnes verliert unter günstigen Verhältnissen je Tag etwa 40-70 cm3 Wasser. Auch das Ei besteht zu etwa 40-60 cm3 aus Wasser. Eine Henne gibt also mit dem Legen eines Eis auch eine beträchtliche Menge aus ihrem Körper ab. Im Durchschnitt 15-20 cm3 pro Ei. Das sieht man, wenn die Henne, dass Nest nach dem Legen verlässt läuft sie zuerst zur Tränke um zu trinken und dann zum Futtertrog um zu fressen. Bei hohen sommerlichen Temperaturen und großer Trockenheit wird vor allem über die Atmung sehr viel Wasser abgegeben. Dieses muss durch erhöhte Wasseraufnahme wieder ausgeglichen werden. Der Wasserbedarf unserer Tiere richtet sich auch nach der Form des Futters. Tiere die Weichfutter gereicht bekommen brauchen weniger Wasser als Tiere die ein Trockenfutter oder Pressfutter erhalten. Wird dem Körpernotwendiges Wasser vorenthalten, wird der gesamtes Stoffwechselgestört und die Legeleistung der Tiere lässt erheblich nach. Eine mittelschwere Henne braucht je Tag 125-140 cm3 Trinkwasser. Das Trinkwasser sollte immer frisch sein. Am frischesten ist es, wenn unsere Tiere über eine automatische Tränkeinrichtung, die man direkt an die Wasserleitung anschließt, versorgt. Diesen Luxus können und wollen sich die wenigsten unserer Züchter und Hobbyhalter leisten. Ein öfters tränken ist erforderlich, wenn die Tränken nicht ständig mit frischem Wasser durchflossen sind. Im stehenden Wasser setzten sich schnell vor allem in den warmen Sommermonaten Algen an. So hat sich auch in den letzten Jahrzehnten der Umgang mit unseren Tieren stark verändert. Wo noch vor 50-60 Jahren der Nutzen mit Eiern und Fleisch im Vordergrund stand, sind heute die Haustiere und dazu zähle ich auch unsere Tauben und Geflügel zu Familienmitgliedern geworden. Dementsprechend bekommen die Mitglieder der Familie auch das Beste als Ausstattung mit neuen Designtränken aus PVC oder Ton. Das gleiche gilt für Futtertröge und die Stallausstattung. Wo früher „Marke Eigenbau“ angesagt war, steht heute ein moderner Futterautomat oder Tränke. Die neuen Materialien bringen viele Vorteile mit, haben aber auch einige Nachteile die nicht wegzureden sind.

 

Tägliches säubern der Tränke ist wichtig

 

Wo früher die Tiere noch aus einer alten Emailschüssel, Tontrog oder Zinkeimer ihr Wasser bekommen haben und die meisten Tiere auf dem Boden gefüttert wurden stehen heute unseren Tieren meist nur noch die PVC-Varianten zur Verfügung. Als Vorteile sind ganz klar zu nennen, das leichte Gewicht, die einfache Handhabung, Robustheit auch mal, wenn diese zu Boden fallen und eine preiswerte Anschaffung. Als Nachteil sind zu nennen, dass die Oberflächen leichter rau werden und somit sich leichter Keime und auch Algen bilden können. Durch die Einwirkung von Sonnen und UV-Strahlen wird das Material auch brüchig und spröde. Beim Kauf der Tränken sollte auch immer darauf geachtet werden, dass sich diese leicht reinigen lassen. Alle Kanten und Aufwölbungen in der Tränke lassen sich schlecht mit Bürste oder Lappen reinigen. Es gilt die Devise, je weniger Kanten und Verschlüsse die Tränke hat desto leichter und schneller lässt sie sich reinigen. Es ist wichtig, zu sagen dass unseren Tieren täglich frisches, sauberes Wasser gereicht wird. In den Sommermonaten bei heißen Temperaturen ist auch ein mehrmaliges Wechseln nötig, weil sich das Wasser schnell erwärmt und so dann auch bei Temperaturen um die 35-40 Grad diese annimmt. Die Tiere danken es, wenn sie gerade in diesen Extremzeiten kühles Wasser gereicht bekommen. Mit Zugabe von Ergänzungsmitteln kann erreicht werden, dass gerade in diesen Tagen das Wasser frischer bleibt und seine ph-Neutralität behält. Denn in warmem Wasser fühlen sich Bakterien sehr wohl die sich auf das Verdauungssystem unserer Tiere nachteilig auswirken kann. Natürlich sollte zu einer Tränken Hygiene auch ein tägliches reinigen der Tränke von Schmutz, Ansätzen auf den Tränkenboden gehören. Gerne darf auch einmal in der Woche mit Desinfektionsmittel angereichtet werden um die Tränke keimfrei zu machen. Die Tränken keimfrei zu machen geht auch ohne chemische Zusätze. Ganz einfach mit Wechseltränken. So hat man pro Stall immer zwei Tränken. Die Erste ist im Einsatz und wird täglich durch die Zweite ausgetauscht. Die Ausgetauschte wird nach der händischen Säuberung für 24 Stunden in die Sonne gelegt oder gehängt. Ab man die Tränke in Freiem oder im Stall aufstellt muss sich jeder selbst entscheiden. Beim Wassergeflügel ist diese nur im Freien möglich, das der Stall sonst zu feucht wird. Bei Tauben und Geflügel könnte ein aufstellen im Stall wieder vorteilhafter sein. Da das Wasser kühler bleibt und keine Verunreinigung von mittrinken Vögel somit geschieht. Das eine Tränke, wenn sie im Freien steht im Schatten stehen muss versteht sich von selbst. Dass die Tränken auf einen Fuß oder Sockel gestellt werden ist ratsam, somit wird das Wasser durch Scharren der Tiere mit Einstreu oder herabfallenden Kot weniger verschmutzt. Natürlich möchte ich in diesem Beitrag auch noch über weitere Zusätze im Tränkwasser sprechen die unseren Tieren guttun.

 

Zurück zur Natur

 

Tee tut gerade Küken und unseren Tieren im Winter gut. Kamillentee hat jeder schon einmal getrunken, wenn es Probleme mit den Magen bzw. mit seiner Verdauung hatte. Was soll für unsere Tiere schlecht sein, wenn es auch uns Menschen hilft. Von vielen Züchtern habe ich erfahren, dass sie ihren Küken in den ersten Lebenstagen, statt Wasser Kamillentee verabreichen? Warum tun wir das nicht länger? Und so tat ich das das ganze Jahr über. Meine Tiere bekamen zwei Mal die Woche Kamillentee und Dankten es mir mit Vitalität. Aber auch Fenchel-Kümmel-Anis-Tee beruhigt die Darmflora und tut en Tieren gut. Selbst Kräutertee wirkt sich mildernd bei leichten Erkältungskrankheiten aus. Ingwer, Zwiebeln, Oregano und Knoblauch kann auch dem Trinkwasser zugesetzt werden und sorgt gerade im Verdauungsbereich für eine gute Darmflora, was die Tiere wieder weniger anfällig Infektionskrankheiten der unterschiedlichen Arte macht. So ist Ingwer besonders gut. Das wussten de alten Chinesen schon vor vielen Tausend Jahren.  Jeder von uns hat schon einmal Alfons Schubeck`s Kochkünste gesehen. Und er schwört ja auf die heilende Wirkung von Ingwer. Ich jedenfalls habe mit Ingwer die besten Erfahrungen gemacht. Jeden zweiten Tag habe ich so frische Ingwerzehen in ca. 2 Cm breite Streifen geschnitten und mit kochendem Wasser aufgebrüht. Dieses ca. 2-6 Stunden ziehen lassen. Je länger, desto schärfer wird der Tee. Meine Faustformel war 5 Liter Wasser ca. 5-6 Schreiben und 6 Stunden ziehen lassen. Das Resultat war umwerfend: Meine Tiere sind ohne einen Ausfall herangewachsen. Im Folgetag des Verabreichens war die Futteraufnahme der Tiere um 20% besser als am Vortag. Die Tiere waren fitter und weniger anfällig für Schnupfen und Kokzidien. Ich kann Ingwer nur jedem Geflügelzüchter empfehlen. Auf Grund der geringen Kosten zum Ergebnis finde ich diese Heilpflanze einfach genial. Auch Zwiebeln und Knoblauch wird eine heilende Wirkung nachgesagt. Ein- bis zweimal die Woche, Zwiebeln als Scheiben in die Tränke und die Knoblauchzehe leicht angequatscht- so dass das Öl austritt sorgt für vitale Tiere. Auch wieder beiden nachgesagt, dass die Tiere auf Grund deren Körperausdünstungen weniger von Ektoparasiten wie der roten Vogelmilbe oder der Nordischen Vogelmilbe befallen werden. Oregano-Öl ins Wasser sogt für nicht nur für einen angenehmen Duft im Stall auch eine positive Verdauung wird diesem Gewürz nachgesagt.

 


Martin Backert

© 2016-2020 rassegeflugel-th.de

Landesverband der Rassegeflügelzüchter Thüringens  e.V.

1. Vorsitzender: Thomas Stötzer
Bernauer Straße 11, 99091 Erfurt-Gispersleben,
Tel.: 03 61 / 6 53 44 25

inhaltlich verantwortlich: Thomas Stötzer und Martin Backert
technische Umsetzung: Irina Reinke