Mineralien, Vitamine und Spurenelemente

 

Mineralien, Vitamine und Spurenelemente

Lebenswichtige Bestandteile im Futterbei unserem Rassegeflügel

Mineralien, Salze und Vitamine sind in unseren Leben neben Wasser die zweitwichtigsten Bestandteilefür den Lebenserhalt unseresOrganismus. Gleiches gilt auch in dieser Hinsicht für unser Rassegeflügel. In wohl nur wenigen Ausnahmefällen fehlt es unserem Rassegeflügel heute an den drei Nährstoffen Eiweiß, Kohlenhydrate und Fett. Hier sind unsere Futtermittel bestens abgestimmt und sorgen dafür, dass unser Geflügel Höchstleistungen in ihrer Leistung zeigen dürfen. Ganz anders sieht es da schon in Punkte Mineralien, Vitamine und den Salzen aus.

 

Rassegeflügel die „Rennpferde“ des kleinen Mannes

Wir Rassegeflügelzüchter nennen hochwertige Tiere mit guten Erbanlagen unser Eigen. Es gilt deren vorzügliche Rassemerkmale wie Schönheit, Leistung, Vitalität, Größe, Form, Farbe und straffes Gefieder zu erhalten und stetig zu verbessern. Die Qualität der Zuchttiere bestimmt das spätere Aussehen deren Nachkommen. Und weil wir mit sozusagen „Spitzentieren“ Spitzenleistung in allen voran genannten Punkten erzielen wollen, müssen wir unseren Tiere, sozusagen die Energie und die Voraussetzungen bieten, die auch Rennpferde erhalten um später im Wettkampf zu siegen. Das betrifft die Unterbringung der Tiere, genau wie auch die Vorsorge unsere Tiere gegen IB, ND und bei Rassen, wo das nötig ist, gegen Marek und Kokzidien zu schützen, um diesen optimale Aufzuchtbedingungen zur Verfügung zu stellen.Dazu gehört auch, dass die Tiere frei von Endoparasiten und Ektoparasiten sind. Denn wir wissen ja, dass Erreger wie Salmonellen, Kokzidien, wie auch Parasiten von Federlingen und Milben, die Tiere stark schwächen können und im Extremfall auch soweit schwächen, dass diese daran verenden. Umso mehr ist es für uns Züchter wichtig, unsere Tiere in ihrer Entwicklungs- und Zuchtzeit zu beobachten und zu erkennen, wenn diese durch äußere Umwelteinflüsse oder bei genetischen Veranlagungen, durch die passende Fütterung positiv zu beeinflussen. Bei Menschen, wie bei Tieren, spielt der Zusammenhang zwischen richtiger Ernährung und Gesundheit eine der größten Rollen überhaupt. Im Gegensatz zu uns, sind unsere Zuchttiere hingegen auf die Nahrung angewiesen, die wir Züchter bzw. Halter ihren anbieten. So müssen wir Rassegeflügelzüchter immer und stetig viele Erfahrungen sammeln und unser Fachwissen dazu ergänzen. Hier müssen wir wissen, nimmt der Qualitätsaspekt unserer Tiere zu, reicht es nicht mehr die Tiere mit normalem Futter aus der Küche oder Körnern zu füttern. So weisen gerade diese Futtergaben einen großen Mangel an Vital- und Nährstoffen auf. Wer denkt sein Geflügel nur mit Körnerfutter zu versorgen, der wird mittelfristig einen Leistungs- und Gesundheitsverlust bei seinen Tieren feststellen. Erste Mangelerscheinungen zeigen sich hier in schlechter Legeleistung, Floßeiern, Federpicken oder gar Kannibalismus. Sind die Tiere in der Wachstumsphase, kann dieses zu Missbildungen am Skelet oder den Gliedmaßen bedeuten. Das kommt zum häufigen Auftreten von krummen Brustbeinen, genau wie auch stark krumme oder umliegende Außenzehen, bis hin zu schiefen Schnäbeln. Aber auch im Gefieder können wir Mangelerscheinungen in der Fütterung feststellen. Schilf in Schwingen und Schwanz, wie auch Querbänderungen von Blautönen oder gar Violet im lackreichen, grünglänzenden Federnteilen sind Mangelerscheinungen in der Aufzuchtszeit. Selbst durch die Fütterung des so bekannten industriell angefertigten „Alleinfutter“  sichert man nicht die benötigte Vitalstoffversorgung der Tiere. Die manchmal noch beigefügten Zusatzstoffe sind für die Gesundheit unserer Tiere dazu keinesfalls förderlich.

 

Kalzium der wichtigste Baustein

Kalzium ist das zentrale Element im Leben unseres Geflügels. Allein schon seine Speicherung in den Knochen des Skeletts oder in der Produktion von Eiern zeigt dieses deutlich. Soll so der Stoffwechsel bei unseren Tieren stimmen und die Gesundheit immer gewährleistet sein, muss man Kalzium ein sehr großes Augenmerk in der Ernährung schenken. Kalzium ist aber nicht nur für das Knochensystem von Bedeutung weiterhin auch für zahlreiche Funktionen im Körper und Bildung von Gewebe verantwortlich. So zeichnet sich Kalzium als wesentlicher Bestandteil des Blutes auch für die Funktion des Muskel -und Nervensystem verantwortlich. Damit Kalzium dauerhaft dem Körper zur Verfügung steht wird dieses in den Knochen gespeichert und kann, wenn benötigt sofort abgerufen werden. Tritt längerfristig ein Mangel auf, stellen sich Fehlfunktionen ein. Deshalb ist eine kontrollierte Kalziumaufnahme fördernd und kann mit der Zufütterung von Futterkalk getätigt werden. Futterkalk ist ein Mineralfuttermittel was zu einem Drittel aus Kalzium und Teilen von Natrium, Phosphor und Magnesium besteht.  Weitere Spurenelemente von Zink, Eisen, Mangan, Kupfer, Jod und Selen vervollständigen die Zusatzstoffe. Die Tagesration beträgt zwischen 3g bei Tauben bis 20g bei Gänsen und Puten. Für Hühner muss man um die 5g am Tag rechnen.Die Gabe richtet sich aber auch nach der Futterzusammensetzung, der Auslaufbeschaffenheit und der Jahreszeit. Wichtig dabei ist, mit Maß und Ziel zu agieren. Denn das Motto viel hilft viel, kann sich in diesem Fall schnell zum Negativen für unsere Tiere umschlagen. Eine Überdosierung über einen längeren Zeitraum von mehren Wochen und Monaten legt sich garantiert auf die inneren Organe der Tiere. Besonders die Nieren sind hiervon betroffen. Diese dienen als Filter von Schadstoffen und Giften aus dem Körper. Ist hier im Blut zu viel, schaffen es die Nieren nicht mehr diese mit dem Kot auszustoßen und es kommt zu Fehlfunktionen dieser Organe. Meist zu erkennen an weißlichen, schmierigen Kot. Deshalb ist es immer ratsam die Fütterungsempfehlung des Herstellers genau zu lesen. Beim Einsatz von Fertigfutter und vor allen von pelletiertem Futter sollte der Kalziumgehalt mindesten 3,5 % besser 5% betragen, damit die Tiere optimal versorgt sind. Bei selbst hergestelltem Futter aus Küchenabfällen, Schrott und Körnerfutter ist die Zugabe von Kalzium dementsprechend anzupassen.Man muss dazu wissen, dass der Körper das Kalzium nicht von selbst aufnehmen kann. Zur Umwandlung braucht dieser hauptsächlich das Vitamin D. Das vor allem über tierischer Nahrung wie (Fett, Quark, Milch) oder Kartoffeln und Löwenzahn erfolgt. Zu Kartoffelfütterung gibt es zu ergänzen, dass eine umfangreiche Fütterung jedoch zur Verfettung der Tiere führt. Weitere zusätzliche Futterkalkquellen sind neben zerstoßenen, getrockneten Eierschalen auch Mineralpräparate in Pulver oder flüssiger Form. Diese können im Futterhandel problemlos bestellt und gekauft werden. Der Vorteil Dieser ist, dass die Tiere durch die Gaben auch gleichzeitig weitere wichtige Mineralien und Salze erhalten. Sind in diesen noch die wichtigen Vitamine enthalten, gilt es immer das Haltbarkeitsdatum zu kontrollieren. Wer gerne Weichfutter seinen Tieren füttert, sollte dieses mit Milchpulver oder Bierhefe für ein gutes Nährstoffverhältnis anreichern, um einen sehr guten Kalziumgehalt zu erreichen. Unter den Grünpflanzen sind Brennnesseln und Grünkohl zu benennen die einen hohen Kalziumgehalt vorzeigen dürfen.

 

Muschelkalk nicht vergessen

Wer bei einem erfolgreichen Züchter in den Stall schaut, wird immer eine Schale mit Muschelkalk oder Muschelschrot stehen sehen. Denn wer den Kalziumgehalt seines Futters nicht kennt, ist gut beraten in einer Schale Muschelkalk oder Muschelschrot seinen Tieren zur freien Aufnahme anzubieten. Die Hühner können sich so bei einer Minderversorgung selbst bedienen und das Defizit ausgleichen. So stelle ich oft fest, dass meine Tiere über den Sommer hinweg nur wenig davon aufnehmen. Mit einsetzten der Legetätigkeit und im Winter, wenn die Tiere nichts ins Freie können, ist diese Aufnahme viel höher. Muschelkalk ist aber nicht mit Geflügelgrit zu verwechseln. Denn Grit sind unverdaubare Steinchen, die zur Zerkleinerung der Nahrung im Magen benötigt werden. Muschelkalk dagegen wird im Darm aufgelöst und so in den Stoffwechsel der Tiere überführt. 

 

Taubenstein auf für Hühner

Wer meint das Taubensteine auch nur für Tauben geeignet sind, der hat sich getäuscht. So bestehen Taubensteine in ihrer Zusammensetzung aus 21 % Kalzium. Weitere Spurenelemente von Natrium, Phosphor, Lysin und Methionin vervollständigen diese. Das könnte für Hühner und Zwerghuhnzüchter interessant sein. Lysin ist eine Aminosäure, die in der Geflügelfütterung oft viel zu wenig vorhanden ist, aber bei Farbstoffsättigung der Feder eine extrem große Rolle spielt. Sie verhindert den Farbstoffausfall in den Federn. Was sich zwangsläufig in schilfige Schwingen und Schwanzfedern deutlich macht. Aber auch Methionin hat für die Feder eine enorm große Aufgabe zu erfüllen. Sie wird gebraucht um reichlich B-Vitamine im Körper der Tiere bilden zu können. Dazu ist sie Ausgangssubstanz für die Federbildung. Wer also auf eine breite Feder in seiner Zucht Wert legt, sollte das Reichen von zerkleinertem Taubenstein für Hühner und Zwerghühner vielleicht als Geheimtipp sehen. Natürlich ist ein Taubenstein in der Taubenzucht ein Muss um eine perfekte Federbildung und satte Lackfarben zu erreichen.

 

Martin Backert

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